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NULLSUMMENSPIEL.

Ich lese Anleihen, Anleihen, Anleihen.

 

Das bedeutet übersetzt: "Kaufe Schulden, Schulden, Schulden!" "Werde Gläubiger, Gläubiger, Gläubiger!" "Lieber Anleger, gib mir dir zugewandte Institution oder Unternehmen, deinen Verdienst, Verdienst, Verdienst!" 

 

Aussagen von Kapitalmarktexperten sind:

 

"Warum europäische High-Yield-Anleihen eines der interessantesten Anleihenmarktsegmente sind und man sie nicht übergehen sollte."

 

"Die Anleiherenditen sind heute viel höher als vor zwei Jahren und werfen ausreichende Erträge ab, um Anlegerinnen und Anleger vor kurzfristigen Schwankungen zu schützen."

 

Anleihen, der größte Wertpapiermarkt mit den verschiedensten Möglichkeiten nimmt Raum ein. Da kann man nur hoffen, dass kein Engel von oben mit einem Schwert oder dergleichen den Raum unterbricht. 

 

Es wird allerdings schon darauf hingewiesen, dass Anleihen ein Bestandteil eines Portfolios sind, also nicht nur darauf gesetzt werden sollte. "Wie nett!", denke ich. 

 

"Ohne Risiko, keine Rendite." 

 

Das stimmt schonmal, denn nichts im Leben funktioniert ohne Risiko. Das wäre ja auch langweilig und ist Sicherheit im Geldanlagebereich mittlerweile sowieso kein Thema mehr.

 

"Sollten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stabil bleiben, dürften sich die Risikoaufschläge auf Unternehmensanleihen in einer niedrigeren Spanne bewegen als in den vergangenen Jahren – was für gute Renditen spricht."

 

Diese Aussage zeigt besonders wie spekulativ in heutiger Zeit Anleihekäufe sind. Wie ich bereits geschrieben habe, kaufen Staaten und Unternehmen Anleihen, diese dann weiter verkauft werden. Anleihen sind immer noch Schuldverschreibungen!

 

Auch Schulden haben eine Quelle, aus der sie entstehen. Die Quelle ist unsere Geldpolitik, diese mit ihrer Funktion und ihren Zinsverschiebungen, also dem Zinshebel, den Kapitalmarkt und die Wirtschaft beeinflusst. Die Zentralbanken haben somit den roten Knopf und lenken Menschen, somit auch die Berater und deren Produkte.

 

Die Rendite einer Investment-Grade-Unternehmensanleihe besteht in der Regel aus zwei Komponenten: einem Anteil, der der Rendite einer vergleichbaren Staatsanleihe entspricht, und einem Kreditrisikoaufschlag, auch Credit-Spread genannt. Dieser Spread ist die Risikoprämie, die Anlegerinnen und Anleger für den Kreditrisikoanteil einer Unternehmensanleihe erhalten.

 

Die Definition für Investment-Grade ist das Prädikat für Obligationen hoher Güte betreffend dem Ausfallrisiko.

 

Ein Prädikat ist eine Menge M, also ein ungesättigter Ausdruck einer Leerstelle. Diese Leerstelle ist ein sogenannter leerer Spalt. Ein Nullsummenspiel. Ein Spiel, bei dem die Summe aus Einsatz, Verlusten und Gewinnen gleich NULL ist. 

  

"Wieso also darin investieren?"

 

In Zeiten von Bankenkrisen, sinkender Kreditvergabe und steigenden Insolvenzen verbergen sich sehr hohe Ausfallrisiken!

 

Im Jahr 2022, als die Zentralbanken ihren Hebel der Zinsen anhoben, um die Inflation zu bekämpfen, (die sie nicht bekämpfen können), stiegen auch die Renditen auf Staatsanleihen kontinuierlich. Da die Märkte befürchteten, dass steigende Zinsen und damit höhere Finanzierungskosten zu einer deutlichen Zunahme der Ausfälle am Unternehmensanleihemarkt führen würden, stiegen gleichzeitig die Risikoaufschläge. Risikoaufschläge heißt immer: "Es kostet mehr, als vorher!" In Erwartung weiterer Zinserhöhungen stiegen die Renditen auf Staatsanleihen und die Spreads auf Unternehmensanleihen weiter und führten im Ergebnis zu hohen Verlusten. 

 

Hochverzinslichen Anleihen werden im Börsenjargon oft auch als Junk-Bonds bezeichnet. Ich finde das Wort "Junk" sagt bereits alles. High-Yield-Anleihen stammen von Emittenten (Staaten oder Unternehmen), deren Bonität von den Rating-Agenturen wie Standard & Poor’s, Moody’s oder Fitch als mittelmäßig oder schlecht beurteilt werden. Das bedeutet: Die Bewertung liegt mit BB+ (S & P) oder schlechter unterhalb des sogenannten Investment Grade. Die geringere Bonität führt zu höheren Zinsen.

 

Fazit: Es wird mit Leerstellen gehandelt. Es werden Löcher gestopft.

 

Mit einer Anlage in Anleihen stopfst du Löcher, die du nicht zu stopfen hast! 

 

"Ich persönlich finde ja, wir stopfen die Löcher in unseren Gehirnzellen!"

 

Daniela Sommerhoff