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FISCHERS FRITZE.

Heute streift zu den Abendstunden eine Kolumne von “Fisher” die Lüfte im Hause Sommerhoff. Er beschreibt die “verhängnisvolle” Demografie insofern, dass die Ängste dahingehend absurd und unlogisch sind. 

 

Das kann nur ein Vermögensverwalter in den letzten Zügen seines Lebensweges schreiben.

 

Nach Feststellung, also Analysetätigkeit der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), werden bis 2050 Prognosen von 58,1 genannt, die den sogenannten “Altenquotienten” voraussagen. 

 

“Wie schrecklich!”, liest es sich fast zynisch, wie ich es auch sein kann, wenn man bedenkt, dass ein heute 73-jähriger Mann, der Anleger für sein Unternehmen ab 250.000 EUR wirbt, die Demografie-Entwicklung als Schwarzmalerei betitelt. 

 

Feiern sollen wir die Entwicklung, denn für ihn ist noch lange kein Ruhestand in Sicht. Die Gesundheit macht es nämlich möglich und arbeiten ja viele Ältere bis ins siebte oder achte Lebensjahrzehnt. Darüber hinaus investieren und finanzieren die Älteren die Wachstumsmagie des Kapitalismus und schenken dann ihr nicht ausgegebenes Geld den Kindern und Enkelkindern. 

 

Mich wundert diese Kolumne nicht, eher macht sie mich mal wieder traurig (obwohl ich auch grinsen muss), dass überhaupt so gedacht wird - in den obersten Stockwerken -, denn, wenn wir schon Kinder und Enkelkinder benennen, ist die Entwicklung keineswegs ein Anlass zum Feiern. Ebenso sei zu erwähnen, dass ich die heute "Alten" überaus schätze, denn immerhin sind sie es gewesen, die ein einst kaputtes Land zum Erfolg führten. 

 

Dennoch liest sich diese Werbe-Kolumne ignorant, die einzig und allein eine Zielgruppe des “alten Deutschlands”, also des Wohlstands, ansprechen soll. Ganz einfach. Der Blick gilt nicht der zukünftigen Entwicklung, der Sicherheit oder der Logik, sondern eher dem Eigenantrieb.

 

Ein "Fisher" will “frische” Fische fischen. Wer will das nicht. Für Unternehmer ist das ganz normal, solange der Kopf nicht stinkt.

 

Ich hege die Hoffnung, den Historiker Fritz Fischer gelesen zu haben. Ein wirkungsvoller und umstrittener Herr der alten Bundesrepublik Deutschland. Die Fischer-Kontroverse als “Schlüsseldebatte” anders als andere Diskussionen, die um die bundesrepublikanischen Geschichtsbilder, nicht nur in einem kleinen elitären Kreis geführt wurden, sondern nach kurzer Zeit das gesamte Spektrum der massenmedialen Öffentlichkeit einnahm.

 

Daniela Sommerhoff