Beginnt es mal wieder in Frankreich?
Frankreich hat in Geschichte bereits so manche politische Umbrüche erlebt. Von der französischen Revolution (1789–1799), dem Sturz der vierten Republik (1958) oder auch weitere folgende Rücktritte und Vertrauensverluste in der Fünften Republik, stets mit dem Ziel eines starken Präsidentenamtes.
Dieses starke Präsidentenamt steht heute aktuell wieder auf der Kippe. Frankreich steckt absolut in einer neuen Krise.
Die Krise nenne ich: "Vertrauensverlust."
Premierminister François Bayrou hat die Vertrauensfrage im Parlament verloren und seinen Rücktritt eingereicht. Ganz generell empfinde ich es auch positiv, als sogenannter Vorreiter guter Entscheidungen frühzeitig besser abzudanken. Damit ist die Regierung nur noch geschäftsführend im Amt, bis Präsident Emmanuel Macron einen neuen Premierminister findet. Die Gründe sind völlig egal, denn die kennt und erzählt sowieso niemand genau 1:1. Macron steht jedenfalls massiv unter Druck, um eine neue Regierung zu bilden – in einem Parlament ohne klare Mehrheiten. Auch sind Streiks der Gewerkschaften angekündigt. Bahn, Flugverkehr, Krankenhäuser, Schulen, Müllabfuhr, usw. sind betroffen. Die Menschen sowie die Wirtschaft (und Gewerkschaften) sind wohl sehr unzufrieden, denke ich mir. Hintergründe sind oft geplante Sparmaßnahmen gegen die eigenen Bürger, obwohl das Land selbst die finanzielle Schieflage zeichnet. Frankreich kämpft mit einem Staatsdefizit von 5,8 % und einer Schuldenquote von 114 % des BIP. Die Zinslast allein beträgt 55 Milliarden Euro jährlich, Tendenz steigend.
Na, wenn das keine Zahl ist.
Zu gerne, wie auch Deutschland, in der Nato vertreten, wohlgesinnt der USA gegenüber, stets genug Geld aus Staatshaushalten für Hightech und Militär, mit dem Deckmantel der Souveränität und Unabhängigkeit. Ich empfinde diese Nachrichten fast schon feierlich.
Gleichzeitig schweifen meine Gedanken hin zur Geldpolitik, zur Zentralbank, die Banque de France, diese 1800 von Napoleon Bonaparte gegründet wurde.
„Napoleon hat Europa erobert – aber gegen seine eigene Größe war er machtlos.“
Daniela Sommerhoff
Foto von Chris Karidis auf Unsplash

